Wohnungsmarkt

Die Einführung der Personenfreizügigkeit hat die Einwanderungsrate in die Schweiz beeinflusst. Das Bundesamt für Wohnungswesen BWO beobachtet die Auswirkungen dieser quantitativen und strukturellen Änderungen auf den Wohnungsmarkt mit einem jährlich aktualisierten Monitoring.

Die Ergebnisse für das Jahr 2018 zeigen, dass die Schweiz wie bereits im Vorjahr ausreichend mit Wohnraum versorgt gewesen ist. Allerdings öffnet sich die Schere zwischen Miet- und Wohneigentumsmarkt weiter. Während sich der erste entspannt, deckt beim zweiten das Angebot den Bedarf klar nicht. Wirkung zeigen die Abnahme der Zuwanderung sowie die anhaltend tiefen Zinsen.

Der Blick auf Wohneigentum und Miete sowie über alle Regionen verdeutlicht, dass sich der Wohnungsmarkt bei leichter Verknappung weiterhin im Gleichgewicht befindet. Wie bereits in den Vorjahren überstieg das Wachstum des Angebots dasjenige der Haushalte. Die anhaltend starke Ausrichtung des Neubaus auf den Mietwohnungsmarkt sowie die Entwicklung der Ein- und Auswanderungen liessen allerdings auch die Ungleichgewichte weiter ansteigen.

Nach dem starken Rückgang im Vorjahr hat sich das Haushaltwachstum 2018 nur noch leicht abgeschwächt. Während das Wachstum schweizerischer Haushalte mit 0,6% gleichblieb, reduzierte sich dasjenige ausländischer Haushalte von 1,1% im Vorjahr auf 0,9% im Berichtsjahr. Diese anhaltende Abschwächung führt zu entspannteren Mietwohnungsmärkten, während die Wohneigentumsmärkte primär von der Entwicklung der schweizerischen Nachfrage sowie dem unzureichenden Angebotswachstum geprägt sind.

Entsprechend verbergen sich hinter dem Gleichgewicht über den Gesamtmarkt weiterhin zwei bedeutende Ungleichgewichte: Nach Region und nach Besitzform.

Regional sind das Tessin, die Ostschweiz und die Nordwestschweiz wie im Vorjahr gut versorgt. Gegenüber dem Vorjahr deutlich verknappt hat sich der Markt in der Genferseeregion, während er sich in der Region Zürich etwas entspannt hat. In beiden Märkten war 2018 aber weiterhin ein Nachfrageüberhang spürbar. Eher angespannt bleibt die Marktsituation auch in der Zentralschweiz und im Espace Mittelland.

Die Wohnbautätigkeit hat sich in den letzten Jahren stark in Richtung Mietwohnungsbau verschoben. Diese überproportionale Bevorzugung des Mietwohnungsbaus durch die Investoren war auch 2018 zu beobachten, was nicht ohne Auswirkung blieb. Weil die Nachfrage nach Wohneigentum im gegenwärtigen Tiefzinsumfeld auf hohem Niveau verharrte, während gleichzeitig die Zuwanderung moderat ausfiel, hat sich die Schere zwischen Mietwohnungsmarkt und Wohneigentumsmarkt weiter geöffnet. Auf dem Mietwohnungsmarkt herrscht im Mittel aller Märkte ein leichtes Überangebot, der Wohneigentumsmarkt hingegen befindet sich in einer Situation des deutlichen Nachfrageüberschusses.

Die Entspannung des Mietwohnungsmarktes hat im Berichtsjahr auch das unterste Mietpreissegment erreicht. Die Nachfrage übersteigt dort zwar weiterhin das Angebot, aber es fehlt nicht mehr viel, um das Marktgleichgewicht zu erreichen. Die oberen beiden Mietpreissegmente weisen weiterhin ein Überangebot aus. Umgekehrt sind im Markt für Wohneigentum alle Preissegmente unterversorgt. Dies gibt zu Besorgnis Anlass, da der Preisdruck anhält und die Eigentumsquote im Vergleich zu vor fünf Jahren rückläufig ist. Für einen breiter werdenden Kreis der Bevölkerung wird der Zugang zu Wohneigentum zunehmend schwierig.

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Letzte Änderung 29.06.2020

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